Vagina Anatomie
Die Vagina (mlat. vagina „Scheide“, grch. kólpos „Mutterschoß“) ist ein schlauchförmiges primäres Geschlechtsorgan weiblicher Säugetiere, das beim Geschlechtsverkehr den Penis aufnimmt und als Geburtskanal dient.
Die Vagina wird von einer kleinen Membran, dem Jungfernhäutchen (Hymen), teilweise verschlossen. Es befindet sich am Übergang der Scheide in den Scheidenvorhof. Auch bei intaktem Hymen ist normalerweise eine Öffnung zum Abfluss des Menstruationsblutes und anderer Sekrete vorhanden.
Die drüsenlose Haut der Vagina ist ein mehrschichtiges, unverhorntes Plattenepithel, dessen Höhe und Aufbau vom Alter und vom Hormonstatus abhängig ist. Das Epithel unterliegt im Verlauf des Sexualzyklus ständigen Umbauprozessen, die durch Östrogene und Progesteron gesteuert werden.
Neben der glatten Muskulatur in der Scheidenwand wird die Scheide von quergestreiften Muskeln umgeben. Der Musculus pubococcygeus, ein Anteil des Musculus levator ani, ist ein Muskel des Beckenbodens. Die Muskeln beider Seiten (Levatorschenkel) umfassen die Scheide wie eine Schlinge und ermöglichen eine trainierbare, willkürliche Verengung der Scheide. Die Kontraktion dieser Muskeln lässt sich von der Scheide aus fühlen.
Die Vagina wird bei sexueller Erregung durch wässrige Transsudation aus dem Epithel befeuchtet, dies nennt man Lubrikation. Die Bartholinschen Drüsen, welche bei Erregung ein schleimhaltiges Sekret absondern, münden in den Scheidenvorhof und befeuchten ihn. Das Vaginalsekret ist unter Einfluss des Sexualhormons Östrogen und einer speziellen Scheidenflora sauer (pH-Wert 4 bis 4,5).
In der Pubertät bemerken viele Mädchen einen deutlichen Fluor, der durch die ansteigende Östrogenwirkung hervorgerufen wird. Dieser schleimig-glasige Fluor ist ein Reifungszeichen und wird im Volksmund „Weißfluss“ genannt. Häufig wird dieser Fluor, der ungefähr ein Jahr vor der Menarche auftritt, von den Mädchen als unangenehm und beschmutzend erlebt. Er ist jedoch ein Zeichen der gesunden Entwicklung zur geschlechtsreifen Frau.
Das medizinische Adjektiv intravaginal bedeutet „in der Vagina liegend“; beim intravaginalen Geschlechtsverkehr dringt der Penis des Mannes in die Vagina der Frau ein. Der intravaginale Geschlechtsverkehr kann, wie auch andere Formen der sexuellen Betätigung, zum Orgasmus führen.
Vulva mit hervorgehobener Vaginalöffnung:
1: Klitorisvorhaut
2: Klitoris
3: innere Schamlippen
4: Öffnung der Vagina
5: äußere Schamlippen
Klitoris Anatomie
Als die Klitoris (Fachterminus Clitoris – „kleiner Hügel“) oder den Kitzler bezeichnet man ein vom Schwellkörpergewebe gebildetes zylindrisches Organ der Frau. Entwicklungsgeschichtlich gehen Klitoris und Penis aus denselben Anlagen hervor.
Der Kitzler besteht aus zwei am Sitzbeinausschnitt (Arcus ischiadicus) befestigten Schwellkörperschenkeln (Crura clitoridis, Singular Crus clitoridis), die sich zum Schaft (Corpus clitoridis) vereinen. Das freie Ende ist zur Eichel (Glans clitoridis) erweitert. Der Kitzler besitzt bis zu ca. 8000 Nerven. Die Klitorisvorhaut schützt die empfindliche Klitoris.
Äußerlich sichtbar sind nur der Schaft und die hochempfindliche Eichel, die als Teil der Vulva an der vorderen Umschlagfalte der kleinen Schamlippen liegen und von der Klitorisvorhaut teilweise oder gänzlich bedeckt sind. Zusammen umfassen sie nur ein Zehntel des Gesamtvolumens der Klitoris.
Der Kitzler ist besonders berührungsempfindlich und empfänglich für sexuelle Reize. Durch Stimulation der Klitoris gelangen die meisten Frauen zum Orgasmus. Viele Untersuchungen weisen darauf hin, dass ein beachtlicher Anteil der Frauen nur dann zum Orgasmus kommen kann, wenn die Klitoris (mit-)stimuliert wird.
Die Empfindlichkeit der Klitoris für direkte Stimulierung ist individuell sehr unterschiedlich. Manche Frauen sind so empfindlich, dass sie eine direkte Stimulierung erst nach längerem Vorspiel oder auch gar nicht ertragen. Da die Klitoris mit dem umgebenden Gewebe eng verbunden ist, sind verschiedene indirekte Stimulationsformen gängige Praxis. Wird die Klitoris stimuliert erigiert sie wie ein Penis.
Ob sich ein Penis oder ein Kitzler bildet, wird über die Ausschüttung von Testosteron geregelt, deshalb sind auch die Kitzler sehr unterschiedlich in ihrer Größe.

Klitoris mit
1 Eichel in der Vorhaut
2 Schwellkörper
3 Kitzlerschenkel
4 Harnröhrenmündung
5 Vorhofschwellkörper
6 Scheidenöffnung

große Klitoris